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Hommage à Marc-Antoine Charpentier

Gastspiel von Gérard Lesne und dem Ensemble ll Seminario Musicale in der Schloßkirche der Universität Bonn am 24. Oktober 2004

Ein Rückblick von Lambert-Sebastian Gerstmeier

Anläßlich des dreihundertsten Todestages des französischen Komponisten Marc-Antoine Charpentier in diesem Jahr, ging der französische Counter-Tenor Gérard Lesne mit seinem Ensemble ll Seminario Musicale auf Tournee. Am 24. Oktober 2004 machte er in Bonn Station und führte seine "Hommage à Marc-Antoine Charpentier" in der Schloßkirche der Universität auf. Auf dem Programm standen nicht nur Werke Charpentiers, der zuletzt den hochangesehenen Posten des Kapellmeisters der Sainte Chapelle in Paris inne hatte, sondern auch ein Titel von Nicolas Clérambault sowie zwei Instrumentalwerke von Jean-Babtist Lully, die die Atmosphäre am Hofe Ludwigs XIV. wiedergeben sollten, wo Musik eine große Rolle spielte.

Gérard Lesne bildete sich autodidaktisch aus und begann ganz "profan" mit Rock, Jazz und elektronischer Musik bevor er die Klassik und den Barock für sich entdeckte und sich auch für mittelalterliche Musik begeisterte. Schließlich gründete Lesne 1985 das Ensemble ll Seminario Musicale, das auf Originalinstrumenten spielt und mit dem er heute in den bedeutendensten Sälen rund um den Globus gastiert.

Gérard Lesne und sein Ensemble, mit Patrick Cohën-Akenine, Stéphanie Paulet, François Poly, Benjamin Perrot und Violaine Cochard, brachten eine wundervolle Atmosphäre in die Schloßkirche, die einen passenden Rahmen für diese Hommage gab. Es wurde sehr einfühlsam gespielt und Lesne, der im Programm als Altist geführt wird, sang ruhig und präzise und setzte seine Technik gekonnt ein, um die jeweilige Stimmung zu treffen. Kommt es doch ihm und seinem Ensemble vor allem auf die Interpretation des Werkes an, um das Flair der Barockmusik zu vermitteln.

Ein gelungener Abend, der die Professionalität der Interpreten zeigte und Lust auf mehr Musik dieser Stilrichtung machte.

Veranstaltet wurde das Bonner Konzert von der Kulturabteilung der französischen Botschaft, der Universität Bonn, dem Universitäts-Club Bonn, dem Kulturamt der Bundesstadt Bonn und dem Robert-Schuman-Institut Bonn. Unterstützt wurde es von l’Oreal.

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