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Open Air Klassik 2001

27. Juli bis 7. August 2001 auf der Burg Monschau: Giuseppe Verdi "Der Troubadour"

Von Lambert-Sebastian Gerstmeier

Vom 27. Juli bis 7. August 2001 fand in Monschau in der Nordeifel wieder die "Open Air Klassik" statt. Dieses Jahr war das Festival Giuseppe Verdi gewidmet. Zur Aufführung kamen "Rigoletto", "Der Troubadour" sowie eine Verdi-Gala mit Höhepunkten unter anderem aus "Die Macht des Schicksals", "Macbeth", "Aida", "Der Troubadour", "La Traviata", "Don Carlos", "Nabucco". Das Rahmenprogramm "Die Nacht der Liedermacher" mit Konstantin Wecker und Hannes Wader war lange vorher ausverkauft. Auch die Jazzmatinee mit "Viva Creole" war ein großer Erfolg.

Die Aufführungen finden im Innenhof der mittelalterlichen Burg Monschau statt, die heute als Jugendherberge dient. Dazu wurde extra eine Bühne über die Hofeinfahrt gebaut. Die gesamte Bühnefläche ist sozusagen ein Dreieck, an dessen einer Spitze der Burgturm steht. Gegenüber an der längsten Seite sind im rechten Winkel die Zuschauertribünen angeordnet, an den anderen beiden Seiten (links und rechts) stehen die Original-Burgmauern. Das Orchester sitzt an der verlängerten linken Seite, (nach außen verschoben) und genau gegenüber der rechten Zuschauertribüne. Das mag sich kompliziert anhören, ist aber ganz einfach. Überzeugen sich vor Ort oder auf den Bildern.
Auf die Monschauer Burg kommen je Festival rund 8000 Besucher. Die Tribünen bieten Platz für 1350 Zuschauer pro Aufführung. Auf und hinter der Bühne sind rund 150 Akteure beschäftigt: Solisten, Chor, Orchester, Bühnentechniker, Beleuchter etc.

Wir haben uns für Sie die "Troubadour"-Aufführung am Samstag, 4. August angesehen und hatten Glück: Am Freitag regnete es und die Vorstellung mußte nach der Pause abgebrochen werden. Für solche Fälle wird es aber nächstes Jahr, spätestens jedoch 2003 ein Dach über den Zuschauertribünen geben.

Die Inszenierung von Lars Erik Bohling war kompakt und gut gekürzt. Die Burgkulisse wurde hervorragend für das Bühnenbild von Prof. Daniele Paolin genutzt. Der Turm wurde erklommen und die Burgmauern von Soldaten und Nonnen bevölkert. Baumkronen erstrahlten in zauberhaftem Licht; selbst der Burgausgang wurde genutzt, durch ihn ging der Zigeunerchor ab, begleitet von Nebel und Lichteffekten. Überhaupt das Licht: Es spielte eine wichtige Rolle in dieser Inszenierung, wurden doch damit die verschiedenen Spielorte ihrem Charakter entsprechend illuminiert.

Wir erlebten eine lebendige Aufführung, der man den Spaß der Darsteller und die gute Regieführung anmerkte. Ebenso das Orchester unter Dirigent Alexander Anissimov.
Der Chor unter der Leitung von Nina Lomanovitch war eine Wonne: Die Mimik und Gestik der einzelnen Mitglieder sprach Bände und war gut inszeniert.
Die Besetzung war sehr gut getroffen, die Charaktere paßten und die Stimmen kamen gut rüber. Ob nun Graf Luna (Antonio Salvadori) oder Leonore (Tatiana Tratziak), diesen Stimmen hört man gerne zu. Nicht nur die Zigeunerin Azucena (Tatiana Voropai) oder Manrico (Romano Nicola) spielten ebenso überzeugend. Durch das außerordentliche Zusammenspiel aller Interpreten - Bühne und Licht mit eingeschlossen – muß man von einem Gesamtkunstwerk sprechen. Wir sind schon gespannt auf nächstes Jahr!

Besetzungsliste "Der Troubadour" - Samstag, 4. August 2001

Leonore: Tatiana Tratziak (Sopran)
Graf Luna: Antonio Salvadori (Bariton)
Azucena, Zigeunerin: Tatiana Voropai (Mezzosopran)
Manrico: Romano Nicola (Tenor)
Ferrando, Lunas Waffenträger: Vassili Kovaltchuk (Bass)
Ruiz, Anhänger Manricos: Genadi Chepikov (Tenor)
Inez: Elena Salo (Sopran)
Alter Zigeuner: Ilja Pejsner (Bass)

Dirigent: Alexander Anissimov
Regie: Lars Erik Bohling
Bühnenbild: Prof. Daniele Paolin
Chorleitung: Nina Lomanovitch

Bilder zur Aufführung

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Graf Luna und Leonore

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